Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Mangelernährung

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Mangelernährung
Wissenswertes zu Mangelernährung

Mangelernährung stellt insbesondere für Menschen, die stationär behandelt werden, eine Gefahr für ihre Gesundheit dar. Durch mangelhafte oder falsche Ernährung können Komplikationen im Heilungsprozess auftreten. Bei Demenzkranken, die an Mangelernährung leiden, empfiehlt es sich eine Ess-Biografie zu erstellen und so herauszufinden, welche Speisen und Getränke der Patient bevorzugt. Ältere Personen bevorzugen häufig fettreiche oder süße sowie regionale Speisen. Ein einladendes Ambiente und das Essen in Gesellschaft kann Personen mit Demenz die Nahrungsaufnahme erleichtern. Kann eine ausreichende Versorgung etwa aufgrund von Verdauungsproblemen nicht gewährleistet werden, empfiehlt sich unter Umständen der Einsatz von Trinknahrung, die individuell mit Nährstoffen angereichert wird.

Wissenswertes zu Mangelernährung

Bekommt ein Körper über Wochen oder gar Monate nicht ausreichend oder falsche Nahrung, so wird von einer Mangelernährung gesprochen. Bei Mangelernährung können deutliche Veränderungen der Organfunktionen, der Haut und des gesundheitlichen Allgemeinzustandes sichtbar werden. Lang anhaltende Mangelernährung kann die Gesundheit stark gefährden und bis zum Tode führen. Insbesondere für Personen, die stationär behandelt werden, stellt Mangelernährung eine Gefahr für den Genesungsprozess dar. Zudem treten bei Patienten mit Mangelernährung wesentlich häufiger Komplikationen während des Genesungsprozesses ein. Von großer Bedeutung für die Vorbeugung von Mangelernährung ist eine gezielte Information des Patienten über eine ausgewogene Ernährung.

Tipps für den Umgang mit Demenzerkrankten

Bei Patienten mit Pflegebedarf und Demenzerkrankungen in Verbindung mit Mangelernährung sollten Pflegepersonal und behandelnde Ärzte ein engmaschiges Netz zur Beobachtung des Ernährungsstatus des Patienten aufbauen. Dazu gehören das Führen eines Ernährungstagebuches, Erstellen von Ernährungsprotokollen sowie das Erstellen von individuellen Ernährungsplänen.

Um Demenzkranken Nahrung wieder schmackhaft zu machen, empfiehlt es sich, Angehörige oder den Patienten selbst nach Lieblingsgerichten zu befragen und mithilfe dieser Informationen eine Ess-Biografie zu erstellen. In vielen Fällen bevorzugen ältere Personen regionale Gerichte sowie süße oder fettreiche Nahrung. Auch das Essen in Gesellschaft kann Demenzkranken die Nahrungsaufnahme erleichtern und vor Mangelernährung schützen. Durch ein angeregtes Gespräch verlieren sie gegebenenfalls ihre innere Unruhe und können sich abschauen, wie man mit Besteck umgeht, falls sie dies vergessen haben. Auch das Ambiente beim Essen kann dabei helfen, dem Patienten die Nahrungsaufnahme zu erleichtern. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass starke Kontraste den Tisch bestimmen. Der Teller sollte nicht die gleiche Farbe haben wie das Essen und die Tischdecke nicht die gleiche Farbe wie der Teller.

Künstliche Ernährung nur im akuten Notfall

Bei einer diagnostizierten und akuten Mangelernährung reicht oft eine normale Nahrungsaufnahme nicht aus, um den Patienten vor Folgeerkrankungen zu schützen. In solchen Fällen der Mangelernährung kann in Absprache mit dem Arzt Trinknahrung eingesetzt werden. Durch unterschiedliche Zusammensetzung der Trinknahrung in Bezug auf Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß kann individuell auf die Bedürfnisse des Patienten reagiert werden.

Nur in akuten Fällen, wenn der Patient etwa die Nahrungszufuhr verweigert oder nicht in der Lage ist, Nahrung zu sich zu nehmen, muss zur Vermeidung einer Mangelernährung künstlich ernährt werden, zum Beispiel mittels einer Nasensonde. Ist das Verdauungssystem nicht in der Lage, seine Aufgaben zu übernehmen, so ist auch eine Ernährung mittels Infusion direkt in die Blutbahn möglich um Mangelernährung zu vermeiden.

Guido Maiwald

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Die Entstehung von Mangelernährung ist häufig eine Begleiterscheinung von Krankheiten. So führen Entzündungen im Mund- und Rachenbereich oder in den Verdauungsorganen, Schluckbeschwerden oder Stress zu Appetitlosigkeit. Im Verlauf einer Krebstherapie und insbesondere einer Strahlenbehandlung kann es zu Entzündungen im Umfeld der behandelten Körperstellen kommen, die es dem Patienten erschweren, ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Sind die Speicheldrüsen von solchen Symptomen betroffen, so ist auch die Speichelproduktion beeinträchtigt und erschwert das Schlucken. Aufgrund von Sprachstörungen, kognitiven Störungen sowie Bewegungsstörungen leiden demenzkranke Personen häufig an Mangelernährung.

Therapie Mangelernährung

Das Ziel der Therapie von Mangelernährung ist es, den Ernährungsstatus des Patienten langfristig zu verbessern. Nur durch eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen können die gefährlichen und unter Umständen lebensbedrohlichen Folgen der Mangelernährung vermieden werden. Grundlage einer Ernährungstherapie ist ein Ernährungstagebuch sowie die Protokollierung aller zugeführten Mahlzeiten und Flüssigkeiten des Patienten. Da Krebspatienten häufig aufgrund der Tumorerkrankung einen höheren Bedarf an Fetten und Proteinen haben, ist es wichtig, den individuellen Bedarf zu bestimmen. Von speziellen Diäten in Verbindung mit einer Krebstherapie raten Ernährungswissenschaftler ab. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung.

Diagnose Mangelernährung

Die Diagnose von Mangelernährung basiert auf zwei Säulen: der Befragung des Patienten (Anamnese) und anthropometrischen Messverfahren. Bei der Anamnese wird zunächst der Ernährungszustand des Patienten erfragt. Von Interesse ist, wie häufig der Betroffene welche Nahrung zu sich nimmt und wie seine Trinkgewohnheiten sind. Im Anschluss versucht der Arzt herauszufinden, inwieweit der Patient unter Symptomen der Mangelernährung leidet. Mithilfe anthropometrischer Messverfahren lassen sich Auswirkungen der Mangelernährung feststellen, wie etwa ein zu geringerer Fett- oder Muskelanteil im Körper, mangelhafte Versorgung mit Mineralien oder Spurenelementen. Mittels Knochendichtemessung und Computertomografie lassen sich Folgen der Mangelernährung wie etwa Osteoporose oder Fettleber nachweisen.