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Ratgeber Mangelernährung

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Mangelernährung
Was ist Mangelernährung?

Mangelernährung bezeichnet einen Zustand, bei dem dem Körper über Wochen oder Monate keine ausreichende Nahrung zugeführt wird bzw. er diese nicht aufnehmen kann. Mangelernährung kann, wenn sie nicht behandelt wird, eine ernsthafte Bedrohung für den Gesundheitszustand des Betroffenen bedeuten. Vor allem die zu geringe Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweiß und Vitaminen kann zu Mangelernährung führen. Mangelernährung steht häufig in Verbindung mit psychischem oder physischem Stress, kann aber auch eine Begleiterscheinung vieler Krankheiten wie einer Erkrankung der Schilddrüse oder des Herzens sowie bei Krebserkrankungen oder Demenz sein. Symptome wie Übelkeit, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sind oft, neben dem ungewollten Gewichtsverlust, Begleiterscheinungen einer Mangelernährung.

Diagnose Mangelernährung

Die Diagnose von Mangelernährung basiert auf zwei Säulen: der Befragung des Patienten (Anamnese) und anthropometrischen Messverfahren. Bei der Anamnese wird zunächst der Ernährungszustand des Patienten erfragt. Von Interesse ist, wie häufig der Betroffene welche Nahrung zu sich nimmt und wie seine Trinkgewohnheiten sind. Im Anschluss versucht der Arzt herauszufinden, inwieweit der Patient unter Symptomen der Mangelernährung leidet. Mithilfe anthropometrischer Messverfahren lassen sich Auswirkungen der Mangelernährung feststellen, wie etwa ein zu geringerer Fett- oder Muskelanteil im Körper, mangelhafte Versorgung mit Mineralien oder Spurenelementen. Mittels Knochendichtemessung und Computertomografie lassen sich Folgen der Mangelernährung wie etwa Osteoporose oder Fettleber nachweisen.

Mangelernährung stellt insbesondere für Menschen, die stationär behandelt werden, eine Gefahr für ihre Gesundheit dar. Durch mangelhafte oder falsche Ernährung können Komplikationen im Heilungsprozess auftreten. Bei Demenzkranken, die an Mangelernährung leiden, empfiehlt es sich eine Ess-Biografie zu erstellen und so herauszufinden, welche Speisen und Getränke der Patient bevorzugt. Ältere Personen bevorzugen häufig fettreiche oder süße sowie regionale Speisen. Ein einladendes Ambiente und das Essen in Gesellschaft kann Personen mit Demenz die Nahrungsaufnahme erleichtern. Kann eine ausreichende Versorgung etwa aufgrund von Verdauungsproblemen nicht gewährleistet werden, empfiehlt sich unter Umständen der Einsatz von Trinknahrung, die individuell mit Nährstoffen angereichert wird.

Die Entstehung von Mangelernährung ist häufig eine Begleiterscheinung von Krankheiten. So führen Entzündungen im Mund- und Rachenbereich oder in den Verdauungsorganen, Schluckbeschwerden oder Stress zu Appetitlosigkeit. Im Verlauf einer Krebstherapie und insbesondere einer Strahlenbehandlung kann es zu Entzündungen im Umfeld der behandelten Körperstellen kommen, die es dem Patienten erschweren, ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Sind die Speicheldrüsen von solchen Symptomen betroffen, so ist auch die Speichelproduktion beeinträchtigt und erschwert das Schlucken. Aufgrund von Sprachstörungen, kognitiven Störungen sowie Bewegungsstörungen leiden demenzkranke Personen häufig an Mangelernährung.

Was ist Mangelernährung?

Eine optimale Funktion des menschlichen Körpers kann nur gewährleistet werden, wenn er durch die Nahrungsaufnahme hinreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Dabei ist insbesondere die Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweiß (Proteine), Ballaststoffen, Vitaminen, Spurenelementen und Elektrolyten wichtig für die Erhaltung der Körperfunktionen. Bekommt der Körper nicht genug Nährstoffe und Energie durch eine ausreichende Nahrungszufuhr, so wird von einer Mangelernährung gesprochen. Nimmt die Mangelernährung chronische Formen an, so können Körperfunktionen geschädigt werden und Krankheiten auftreten.

Mangelernährung wird unterteilt Unterernährung und Fehlernährung. Bei der Unterernährung erhält der Körper zu wenig Nährstoffe, dadurch kommt es in vielen Fällen zu einem ungewollten Gewichtsverlust. Oft tritt bei Unterernährung ein Protein- und Vitaminmangel ein, der in der Medizin als Protein-Energie-Mangel (PEM) bezeichnet wird.

Bei der Fehlernährung ist die Menge der aufgenommenen Nahrung i. d. R. ausreichend. Durch eine einseitige Ernährung, etwa durch die regelmäßige Zufuhr von Kohlenhydraten und Eiweißen aber seltene Zufuhr von Vitaminen, entsteht jedoch eine falsche Zusammensetzung der Nahrung und es fehlt dem Körper u. U. an bestimmten Nährstoffen.

Die häufigste Ursache für Mangelernährung ist Appetitlosigkeit

Die häufigste Ursache für Mangelernährung ist Appetitlosigkeit, auch Inappetenz genannt. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Stress im Beruf und Privatleben aber auch Erkrankungen wie Krebs oder Demenz können die Ursache sein. Ist die Appetitlosigkeit auf Stress zurückzuführen, sollte sie nachlassen, wenn die psychischen oder physischen Belastungen nachlassen. Ist dem nicht so, so sollte bei andauernder Mangelernährung ein Arzt hinzugezogen werden.

Gefühle wie Hunger, Appetit oder die Lust auf Essen werden u. a. beeinflusst von Hormonen und Botenstoffen, den Neurotransmittern. Die körperbiologischen Signale werden verarbeitet im Hunger- und Sättigungszentrum des Hypothalamus, welcher Teil des Zwischenhirns ist.

Hinter Appetitlosigkeit und einer darauf resultierenden Mangelernährung steckt in vielen Fällen eine ernst zu nehmende Erkrankung wie etwa eine Dysfunktion der Schilddrüse, chronische Erkrankungen des Herzens, eine Krebserkrankung oder Demenz. Eine Krebserkrankung kann zu Appetitlosigkeit und dadurch bedingt zu Mangelernährung führen, insbesondere im Verlauf einer Chemo- oder Strahlentherapie. Nur anhand einer vorliegenden Mangelernährung kann jedoch nicht automatisch auf eine Krebserkrankung geschlossen werden. Wichtig ist, dass falls Anzeichen für eine Mangelernährung bestehen und sich Symptome zeigen, ein Arzt hinzugezogen wird.

Symptome einer Mangelernährung

Bei einer Mangelernährung kann es aufgrund der fehlenden Versorgung des Körpers mit Nährstoffen zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder ungewolltem Gewichtsverlust kommen. Weitere Symptome wie ein allgemeines Krankheitsgefühl, Hals-, Kopf- oder Gliederschmerzen, Husten, Atemnot, Fieber, Müdigkeit oder ungewöhnliche Hauterscheinungen können ihre Ursache ebenfalls in einer Mangelernährung haben.

Guido Maiwald

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