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Ratgeber Mangelernährung

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Mangelernährung
Diagnose einer Mangelernährung

Die Diagnose von Mangelernährung basiert auf zwei Säulen: der Befragung des Patienten (Anamnese) und anthropometrischen Messverfahren. Bei der Anamnese wird zunächst der Ernährungszustand des Patienten erfragt. Von Interesse ist, wie häufig der Betroffene welche Nahrung zu sich nimmt und wie seine Trinkgewohnheiten sind. Im Anschluss versucht der Arzt herauszufinden, inwieweit der Patient unter Symptomen der Mangelernährung leidet. Mithilfe anthropometrischer Messverfahren lassen sich Auswirkungen der Mangelernährung feststellen, wie etwa ein zu geringerer Fett- oder Muskelanteil im Körper, mangelhafte Versorgung mit Mineralien oder Spurenelementen. Mittels Knochendichtemessung und Computertomografie lassen sich Folgen der Mangelernährung wie etwa Osteoporose oder Fettleber nachweisen.

Diagnose einer Mangelernährung

Bei der Diagnose der Mangelernährung wird der Arzt zunächst ein ausführliches Arzt-Patientengespräch (Anamnese) im Rahmen der Befragung des Patienten oder seines Betreuers durchführen. Dabei ist von Interesse, wie häufig und welche Nahrung der Patient zu sich nimmt oder inwieweit der Patient zeitweise keine Nahrung zu sich genommen hat. Anhand einer Vielzahl von Symptomen kann der Arzt erkennen, ob gegebenenfalls eine Mangelernährung diagnostiziert werden kann. So sind etwa Gewichtsverlust, Blässe, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Schwäche, verminderte Leistungsfähigkeit und Antriebsarmut sowie Verdauungsstörungen und Übelkeit häufige Begleiterscheinungen einer Mangelernährung.

Zudem lassen sich an bestimmten äußerlichen Symptomen Anzeichen einer Mangelernährung feststellen. Dazu gehören Veränderungen und Erkrankungen der Haut wie Verfärbungen oder verzögerte Wundheilung. Auch die Schleimhäute können Symptome von Mangelernährung aufzeigen wie schmerzende, gerötete oder geschwollene Lippen, schmerzhafte Einrisse an den Mundwinkeln und Entzündungen der Schleimhäute. Haarausfall und die Bildung von Rillen oder Flecken an den Nägeln können auf eine Mangelernährung hinweisen.

Messverfahren bei der Diagnose von Mangelernährung

Weitere wichtige Untersuchungspunkte bei der Diagnose von Mangelernährung sind sogenannte anthropometrische Messverfahren. Dabei werden verschiedene Messverfahren seitens der Medizin angewandt. Zunächst erfolgt eine Feststellung, ob der Patient innerhalb der letzten drei Monate ungewollt Gewicht verloren hat. Bei einem weiteren Verfahren wird das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße gemessen. Dabei kommen bei der Diagnose von Mangelernährung in der Regel zwei Messverfahren zum Einsatz: der Body-Mass-Index (BMI) und der Broca-Index. Der BMI errechnet sich aus dem Gewicht (kg) geteilt durch das Quadrat der Größe (m²). Beide Verfahren erlauben jedoch nur eine grobe Bestimmung des Idealgewichtes. Die Messung der Hautfaltendicke und des Armmuskelumfangs erlauben Aussagen über die Muskelmasse des Körpers. Mithilfe der Bioimpedanzmethode kann die Zusammensetzung des Körpers gemessen werden. Dabei lässt sich etwa der Anteil an Körperwasser, Fettgewebe oder fettfreiem Gewebe messen, wichtige Parameter bei der Diagnose einer Mangelernährung.

Mithilfe der Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) und einer Computertomografie (CT) kann der Arzt herausfinden, inwieweit die Mangelernährung zu Schädigungen der Knochen oder der Organe beigetragen hat und eine Diagnose stellen, inwieweit diese Folgeerscheinungen fortgeschritten sind. So kann es durch Mangelernährungen zu Osteoporose, Fettleber, Ablagerungen in oder an der Leber kommen.

Weitere Verfahren bei der Diagnose von Mangelernährung sind Bilanzuntersuchungen. Bei der Kalorimetrie wird der Energieumsatz des Körpers gemessen, um zu bestimmen, wie viele Nährstoffe der Patient täglich benötigt um eine Mangelernährung zu vermeiden. Dies ist von großer Bedeutung für die Erstellung von Ernährungsplänen, die eine ausreichende Ernährung des Patienten sicherstellen sollen.

Die Messung der Harnstoffproduktionsrate, die Stickstoffbilanz und der Kreatin-Index vermitteln dem Arzt bei der Diagnose von Mangelernährung weitere Informationen über die Nahrungszufuhr, den Ernährungszustand und die Stoffwechselaktivität des Patienten. Ein wichtiger Parameter bei der Diagnose von Mangelernährung ist die Bestimmung des Serumalbumins. Eine niedrige Serumalbuminkonzentration lässt auf einen schlechten Ernährungsstatus schließen.

Guido Maiwald

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Mangelernährung bezeichnet einen Zustand, bei dem dem Körper über Wochen oder Monate keine ausreichende Nahrung zugeführt wird bzw. er diese nicht aufnehmen kann. Mangelernährung kann, wenn sie nicht behandelt wird, eine ernsthafte Bedrohung für den Gesundheitszustand des Betroffenen bedeuten. Vor allem die zu geringe Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweiß und Vitaminen kann zu Mangelernährung führen. Mangelernährung steht häufig in Verbindung mit psychischem oder physischem Stress, kann aber auch eine Begleiterscheinung vieler Krankheiten wie einer Erkrankung der Schilddrüse oder des Herzens sowie bei Krebserkrankungen oder Demenz sein. Symptome wie Übelkeit, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sind oft, neben dem ungewollten Gewichtsverlust, Begleiterscheinungen einer Mangelernährung.

Mangelernährung stellt insbesondere für Menschen, die stationär behandelt werden, eine Gefahr für ihre Gesundheit dar. Durch mangelhafte oder falsche Ernährung können Komplikationen im Heilungsprozess auftreten. Bei Demenzkranken, die an Mangelernährung leiden, empfiehlt es sich eine Ess-Biografie zu erstellen und so herauszufinden, welche Speisen und Getränke der Patient bevorzugt. Ältere Personen bevorzugen häufig fettreiche oder süße sowie regionale Speisen. Ein einladendes Ambiente und das Essen in Gesellschaft kann Personen mit Demenz die Nahrungsaufnahme erleichtern. Kann eine ausreichende Versorgung etwa aufgrund von Verdauungsproblemen nicht gewährleistet werden, empfiehlt sich unter Umständen der Einsatz von Trinknahrung, die individuell mit Nährstoffen angereichert wird.

Die Entstehung von Mangelernährung ist häufig eine Begleiterscheinung von Krankheiten. So führen Entzündungen im Mund- und Rachenbereich oder in den Verdauungsorganen, Schluckbeschwerden oder Stress zu Appetitlosigkeit. Im Verlauf einer Krebstherapie und insbesondere einer Strahlenbehandlung kann es zu Entzündungen im Umfeld der behandelten Körperstellen kommen, die es dem Patienten erschweren, ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Sind die Speicheldrüsen von solchen Symptomen betroffen, so ist auch die Speichelproduktion beeinträchtigt und erschwert das Schlucken. Aufgrund von Sprachstörungen, kognitiven Störungen sowie Bewegungsstörungen leiden demenzkranke Personen häufig an Mangelernährung.