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Ratgeber Mangelernährung

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Mangelernährung
Entstehung einer Mangelernährung

Die Entstehung von Mangelernährung ist häufig eine Begleiterscheinung von Krankheiten. So führen Entzündungen im Mund- und Rachenbereich oder in den Verdauungsorganen, Schluckbeschwerden oder Stress zu Appetitlosigkeit. Im Verlauf einer Krebstherapie und insbesondere einer Strahlenbehandlung kann es zu Entzündungen im Umfeld der behandelten Körperstellen kommen, die es dem Patienten erschweren, ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Sind die Speicheldrüsen von solchen Symptomen betroffen, so ist auch die Speichelproduktion beeinträchtigt und erschwert das Schlucken. Aufgrund von Sprachstörungen, kognitiven Störungen sowie Bewegungsstörungen leiden demenzkranke Personen häufig an Mangelernährung.

Entstehung einer Mangelernährung

Die Ursachen für die Entstehung einer Mangelernährung können vielseitig sein. Magen-Darm-Erkrankungen, Schluckstörungen (Dysphagie) oder Diabetes mellitus sind nur einige Erkrankungen, mit denen eine Mangelernährung einhergehen kann. Auch durch eine Krebserkrankung kann es zu Mangelernährung kommen.

Mangelernährung und Krebs

Krebserkrankungen werden zumeist mit einer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt. Weil die bei der Chemotherapie angewandten Medikamente, Chemotherapeutika oder Zytostatika, Zellen attackieren, die sich schnell teilen, was Tumorzellen ebenso tun wie die Zellen der Magenschleimhaut, kann es zu Magen-Darm-Entzündungen, Entzündungen der Mundschleimhaut oder Geschmacksveränderungen kommen. Appetitlosigkeit und eine dadurch verursachte Mangelernährung können die Folge sein. Nach Abschluss der Chemotherapie klingen Appetitlosigkeit und die dadurch entstandene Mangelernährung in den meisten Fällen wieder ab.

Obgleich viele Patienten eine Strahlentherapie gut vertragen, kann es bei einigen zur Entstehung von Nebenerscheinungen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit und daraus resultierend zu Mangelernährung kommen. Insbesondere bei der Bestrahlung im Kopf- und Halsbereich sowie im Bereich des Verdauungstraktes kann es zur Entstehung von Entzündungen der im Bestrahlungsfeld liegenden Schleimhäute kommen. Auch die Speicheldrüsen können betroffen sein, wodurch Trockenheit im Mund- und Rachenbereich entsteht. Schluckbeschwerden sind häufig die Ursache für die Entstehung von Appetitlosigkeit.

Neben der Appetitlosigkeit, die zur Mangelernährung führen kann, taucht in vielen Fällen während der Chemotherapie und Strahlenbehandlung das chronische Erschöpfungssyndrom (Fatigue-Syndrom) auf, welches dazu führt, dass der Patient erschöpft und antriebslos ist oder depressiv wird. Diese Symptome können die Lust auf Essen noch weiter verringern und dabei die Entstehung einer Mangelernährung fördern. Darüber hinaus, kann eine Krebserkrankung oder die Therapie mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen, wodurch es u. U. zu einer verminderten Nährstoffaufnahme kommt. Medizinische Leitlinien sehen vor, dass die behandelnden Ärzte den Patienten mit ernährungsmedizinischen und psychotherapeutischen Maßnahmen auf diese Symptome vorbereiten und ihn begleitend zur Therapie unterstützen, um eine Mangelernährung zu vermeiden.

Demenz und Mangelernährung

Die Entstehung einer Demenz in Verbindung mit Mangelernährung kann verschiedene Ursachen haben. In rund 80 Prozent aller Fälle sind bei der Entstehung einer Demenz entweder die Degeneration der Nervenzellen im Gehirn oder Durchblutungsstörungen im Gehirn ursächlich. Verschiedene Formen der Erkrankung wurden von der medizinischen Forschung identifiziert, von denen eine die Alzheimererkrankung ist. Rund 90 Prozent der Demenzerkrankten sind über 65 Jahre und im fortschreitenden Alter treten mehr und mehr Mischformen der Erkrankung auf.

Als Folge der Hirnschädigung treten sowohl Gedächtnis- als auch physische Störungen auf, die bei der Entstehung einer Mangelernährung ursächlich sein können. Die physischen Störungen umfassen Sprachstörungen, Bewegungsstörungen, Erkenntnisstörungen und den Verlust der Planungs- und Handlungskompetenz. Dass Patienten mit Demenz häufig an Mangelernährung leiden, hat somit eine Vielzahl von Ursachen. So schwindet etwa die innere Uhr, die den Tagesablauf und somit auch den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme bestimmt, der Umgang mit Besteck ist nicht mehr präsent, Erkrankte erkennen Speisen nicht als solche oder es fällt ihnen aufgrund innerer Unruhe schwer, sich auf das Essen zu konzentrieren. In allen Fällen erfordert die Vermeidung einer Mangelernährung bei Demenz eine gute Beobachtungsgabe und die Wahl geeigneter therapeutischer Maßnahmen seitens des Pflegepersonals oder der Angehörigen.

Guido Maiwald

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Mangelernährung bezeichnet einen Zustand, bei dem dem Körper über Wochen oder Monate keine ausreichende Nahrung zugeführt wird bzw. er diese nicht aufnehmen kann. Mangelernährung kann, wenn sie nicht behandelt wird, eine ernsthafte Bedrohung für den Gesundheitszustand des Betroffenen bedeuten. Vor allem die zu geringe Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweiß und Vitaminen kann zu Mangelernährung führen. Mangelernährung steht häufig in Verbindung mit psychischem oder physischem Stress, kann aber auch eine Begleiterscheinung vieler Krankheiten wie einer Erkrankung der Schilddrüse oder des Herzens sowie bei Krebserkrankungen oder Demenz sein. Symptome wie Übelkeit, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sind oft, neben dem ungewollten Gewichtsverlust, Begleiterscheinungen einer Mangelernährung.

Diagnose Mangelernährung

Die Diagnose von Mangelernährung basiert auf zwei Säulen: der Befragung des Patienten (Anamnese) und anthropometrischen Messverfahren. Bei der Anamnese wird zunächst der Ernährungszustand des Patienten erfragt. Von Interesse ist, wie häufig der Betroffene welche Nahrung zu sich nimmt und wie seine Trinkgewohnheiten sind. Im Anschluss versucht der Arzt herauszufinden, inwieweit der Patient unter Symptomen der Mangelernährung leidet. Mithilfe anthropometrischer Messverfahren lassen sich Auswirkungen der Mangelernährung feststellen, wie etwa ein zu geringerer Fett- oder Muskelanteil im Körper, mangelhafte Versorgung mit Mineralien oder Spurenelementen. Mittels Knochendichtemessung und Computertomografie lassen sich Folgen der Mangelernährung wie etwa Osteoporose oder Fettleber nachweisen.

Mangelernährung stellt insbesondere für Menschen, die stationär behandelt werden, eine Gefahr für ihre Gesundheit dar. Durch mangelhafte oder falsche Ernährung können Komplikationen im Heilungsprozess auftreten. Bei Demenzkranken, die an Mangelernährung leiden, empfiehlt es sich eine Ess-Biografie zu erstellen und so herauszufinden, welche Speisen und Getränke der Patient bevorzugt. Ältere Personen bevorzugen häufig fettreiche oder süße sowie regionale Speisen. Ein einladendes Ambiente und das Essen in Gesellschaft kann Personen mit Demenz die Nahrungsaufnahme erleichtern. Kann eine ausreichende Versorgung etwa aufgrund von Verdauungsproblemen nicht gewährleistet werden, empfiehlt sich unter Umständen der Einsatz von Trinknahrung, die individuell mit Nährstoffen angereichert wird.